Horsedentist-Mallorca


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Pferdedentist:

 Regelmäßige Zahnkontrolle, das Entfernen von Zahnstein sowie andere vorbeugende Maßnahmen gegen Karies und Zahnfleischschwund sind in beiden Fällen wesentliche Aufgaben. Beim Pferd", erläutert Martin Paesler, kommt als wichtige Arbeit das regelmäßige Abraspeln der Zähne mit geeigneten Raspeln dazu." Was Laien erstaunen mag: Pferdezähne wachsen jedes Jahr im Durchschnitt um etwa zwei Millimeter nach. Das ist eine Eigenart, die auf Urzeiten zurückgeht. Die in den Steppen Asiens beheimateten Urpferderassen ernährten sich von hartem Steppengras, das sie jeden Tag viele Stunden lang vom Boden rupften. Dieses Rauhfutter zermalmten sie zwischen den Zähnen. Sie wurden dadurch stark abgenützt, ihr Nachwachsen war für das Tier deshalb lebenserhaltend. Als der Mensch die Pferde zu domestizieren und sie mit weichem Gras, Körnern und allerlei Kraftfutter zu füttern begann, verringerte sich die Zahnabnützung.

Die Folgen sieht man heute in vielen Stallungen: Überhohe Schneidezähne schränken normales Kauen ein, auf den Backenzähnen bilden sich oft störende scharfe Kanten, es entstehen Löcher in den Zähnen und das Zahnfleisch geht zurück. Schon im 12. Jahrhundert lassen sich in arabischen Schriften Angaben über korrekte Zahnbehandlung beim Pferd finden. In Deutschland befasste man sich ab dem 17. Jahrhundert ausführlich mit den Pferdezähnen, im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts wurden Zahnanatomie, Zahnerkrankungen und ihre Behandlung gründlich erforscht, es war zeitweise gar eine fahrbare Pferde-Zahnstation im Einsatz, die, weil zu kostspielig, jedoch bald wieder eingemottet wurde.

 

Wenn Pferde Zahnweh haben
Und wie reagiert ein Pferd auf Zahnschmerzen? Martin Paesler zählt auf: Es schlägt mit dem Kopf, verliert an Gewicht, das Fell wird unschön, auch starker Mundgeruch, tränende Augen oder tropfende Nüstern können auf Zahnprobleme hinweisen." Neben dem erwähnten Zurückraspeln der Zähne und dem Entfernen des Zahnsteins gehört das Abrunden von entstandenen Kanten bei den Backenzähnen und das Ziehen der sogenannten kleinen Wolfszähne zu den Aufgaben des Pferdezahnspezialisten. Dagegen darf er keine größeren operativen Eingriffe vornehmen. Sie sind dem Tierarzt und den spezialisierten Tierkliniken vorbehalten. Bei seinen Zahnbehandlungen arbeitet der Pferdedentist stets ohne Narkose. Ist ein Tier besonders störrisch, nimmt er das sogenannte Maulgitter zu Hilfe.

Als das Pferd in Europa als Nutztier ausgedient hatte und die Bestände stark schrumpften, ging viel Wissen um die Pferdezähne verloren. Heute sind Kanada und die USA in der Pferdezahnbehandlung weit voraus, Europa hinkt hinterher, holt jedoch auf, weil der Reiterboom die Pferdezahl wieder anwachsen lässt. In Deutschland sucht die Internationale Gesellschaft zur Funktionsverbesserung der Pferdezähne IGFP" mit Vorträgen, Fachseminaren und Ausstellungen aufzuklären. Auch veranstaltet die Gruppe Fachprüfungen, die zum Führen des Titels Pferdedentalpraktiker IGPF berechtigen.

Martin Paesler wählte allerdings einen anderen Weg: Er ließ sich über zwei Jahre hinweg in Rennes in Frankreich beim bekannten Tiermediziner und Pferdezahnspezialisten Jacques Leclaire, der zahlreiche heute im Gebrauch stehende Instrumente für die Pferdezahnbehandlung entwickelte, zum Pferdedentisten ausbilden. Dann arbeitete er mehrere Jahre lang für Pferdebesitzer in Deutschland und im Raum Schaffhausen in der Schweiz

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